Punta Medanos – Mar del Plata – Miramar – Claromeco – Sierra de la Ventana – Laguna La Salada – Ruta Provincial 1 (Rio Negro) La Ensenada – La Loberia – Peninsula Valdes – Ruta Provincial 1 (Chubut) Trelew – Punta Tombo – Cabo Raso – Cabo dos Bahias – Comodoro Rivadavia – Bosque Petrificado

 

Am 5. März 2018 verlassen wir (wieder mal) Punta Medanos, unser bisheriges Lieblings-Urlaubsplätzchen in den Dünen. Da wir nach Buenos Aires ohnehin wieder daran vorbei mussten, sind wir spontan gleich noch 2 Tage geblieben. Nun wollen wir aber weiter Richtung sämtlicher Pinguin-Kolonien, zum Sierre de la Ventana und in weiterer Folge zum Bosque Petrificado José Ormachea (versteinerter Wald) bei Sarmiento. Wir passieren viele kleine Küstenorte (Villa Gesell, Mar Azul...) bis wir zum größten Badeort Argentiniens kommen: Mar del Plata. Die Stadt hat um die 600.000 Einwohner und in der Hochsaison bzw. an den Wochenenden kommen dann gleich mal 3.000.000! dazu. Diese Dimensionen sind dann nicht ganz nach unserem Geschmack, aber die Stadt bietet was wichtiges für uns: eine größere Auswahl an Mechanikern. Unser Simmering (vom Differenzialgetriebe) ist seit 2.000 km undicht. Obwohl zu Hause in einer IVECO Fachwerkstätte neu eingesetzt (das dritte mal in Folge in Abstand von nie mehr als 3.000 km) füllen wir seit geraumer Zeit Getriebe Öl nach. Es ist noch kein Drama, aber besser wird es auch nicht von selber – wir wollen es endlich repariert haben. Auf unserer Lieblings-App iOverlander (perfekt für alle Overlander weltweit – egal ob „Beginner“ oder „Advanced“) finden wir diverse Werkstätten mit guten Referenzen. Wir entscheiden uns letztlich für die, die Erfahrung mit alten Mercedes LKWs hat – gutes Handwerk ist bis auf die Ersatzteile keine Markensache. Als wir dort ankommen – ohne GPS Punkt wären wir sicher noch einmal daran vorbei gefahren, sind wir uns nicht sicher, ob es die Werkstatt noch gibt. Vor dem Haus stehen Autowracks – zumindest nach unserer Einschätzung – alle Tore sind zu. Nur das Mercedes Zeichen in einem Fenster verrät uns, dass wir vielleicht doch richtig sind. Gleich nach uns kommt ein Mitarbeiter an, der möchte uns erst einmal abwimmeln, da wir ja keinen Stern am Auto haben. Aber wir zeigen ihm, dass wir ein Original-Ersatzteil dabei haben – wir brauchen zumindest Hilfe mit dem Werkzeug, da wir keine keine 36er Nuss dabei. Der schnell herbeigerufene Chef der Werkstätte winkt uns sofort herein – Simmering tauschen – das macht er – und schon liegt er unter dem Auto. In Folge nicht nur er, denn die Sicherungsschraube vom Simmering ist nicht runter zu bekommen. Am Ende probieren es 3 Leute nach- und miteinander und letztlich hilft nur das Runterschneiden mit dem Schweißbrenner. Der Rest ist schnell erledigt. Alter Simmering raus – neuer rein – aber Moment: der alte Simmering ist ja ganz neu, sagt Miguel, aber er war verkehrt eingesetzt! Na toll. Also haben alle 3 Werkstätten bzw. Mechaniker in Folge den Simmering falsch eingesetzt, weil sie ihn einfach wieder so falsch montiert haben, wie ihr jeweiliger Vorgänger. Tja – da müssen wir erst nach Argentinien kommen, in diese Werkstätte, dass mal jemand sein Handwerk beherrscht!

 

 

Über Miramar, Necochea, Orense, San Franzisco de Bellocq, Claromeco, Tres Arroyos und Coronel Dorrego geht’s zur Sierre de la Ventana. In diesem Nationalpark wollen wir unbedingt die Wanderung rauf zum berühmten Fenster = Ventana machen. Die Nacht verbringen wir am Weg zum Nationalpark in der Nähe eines Aussichtspunktes. Es ist extrem windig heute und die windstillen Plätzchen sind rar – wir gehen früh schlafen, die Wanderung soll nicht ganz unanspruchsvoll sein und 6 Stunden dauern.

 

Der Nationalpark öffnet um 9.00 – wir sind um 9.10 da – denn wir wollen gleich in der Früh rauf auf den Berg. Unsere Hoffnung, dass Gizmo mitdarf ist gleich mal dahin – „keine Hunde“ - wie üblich. Dafür dürfen (müssen) ganz viele andere mit. Man darf leider nicht alleine auf den Berg (was mit keinem Wort im Reiseführer erwähnt wird) und die eine Gruppe pro Tag besteht auch noch aus ca. 20 Personen. Die anderen 18 sitzen schon vor der Nationalpark Hütte – oh – da haben wir Glück, wenn wir etwas später gekommen wären, hätten wir noch einen Tag warten müssen. Jetzt haben wir es aber stressig – zurück zum Zebra, Umparken wegen Schatten für Gizmo, ins Wanderzeug werfen, Jause Vorbereiten geht sich nimmer aus – dann halt Obst, Brot und Käse im Ganzen in den Rucksack und schnell retour. Jetzt haben wir mal Zeit uns umzusehen. Wir stehen als bergbegeisterte Salzburger mit unserem guten Schuhwerk und vernünftiger Kleidung da. Alle anderen Mitwanderer sind Latinos – aus Südamerika bzw. Cuba. Die Chicas sind teilweise in Hotpaints und Stoffschuhen adjustiert – ganz prima wenn man hintereinander einen steilen Weg nach oben geht. Na wir sind gespannt.

 

Die Wandung auf den Cerro de la Ventana (1.134m), dem zweithöchsten Berg der Sierra dauert tatsächlich so um die 6 Stunden – mit Anstieg, abwechselndem Foto-Posing vor dem Fenster im Felsen, Mittagspause und Abstieg. Beim Aufstieg wird alle 100 bis 150 Höhenmeter eine kleine Verschnaufpause gemacht. Am Anfang sind wir davon etwas genervt, aber aus der Sicht des Bergführers klar, besser vorher die Pausen, bevor er dann den einen oder anderen womöglich runter tragen kann. Es stellt sich relativ schnell raus, dass es in der Gruppe kaum geübte Bergwanderer gibt – für einige scheint es überhaupt der erste Berg zu sein. Vor allem beim Abstieg bleibt uns nur mehr das Kopfschütteln, weil einige Hotpaints-Mädels in der Gruppe sämtliche größere Felsen am Hosenboden rutschend bewältigen, aus Angst, die Balance zu verlieren. Der Weg ist sehr grobfelsig und gutes Schuhwerk wäre wichtig – ebenso eine längere Hose als Schutz vor den dornigen Büschen. Dazu kommt, dass eine Dame in der Gruppe ein Knie Problem hat und dieses sich beim Abstieg (natürlich) bemerkbar macht. Der Bergführer des Nationalparks entlässt uns alle also alleine zum Abstieg (wir sind heilfroh – die meisten anderen nicht so sehr) und bleibt bei der Dame mit dem schmerzenden Knie und ihrem Mann und führt die beiden dann langsam ins Tal. Eines der Mädels quält sich ziemlich mit dem Abstieg und ist den Tränen nahe. Wir versuchen uns ein bisschen um sie zu kümmern. Also Fazit der Wanderung für uns: Die Wanderung ist schön und auch anstrengend, aber wir würden sie gerne lieber alleine gehen – in unserem Tempo und die Stille genießen.

 

Da es bereits 17.00 ist als wir das Gelände des Parks verlassen, stellen wir uns zum Eingang des benachbarten Campingplatzes – im Büro des Nationalparks weißt man leider auch nicht, ober der Campingplatz noch offen hat um diese Zeit. Als wir dort ankommen ist recht schnell klar: dieser Platz scheint geschlossen zu sein – wundert uns nicht allzu sehr, da die Hochsaison vorbei ist. Das Tor ist mit Kette versperrt und da wir in einer Sackgasse stehen, beschließen wir hier zu bleiben. Falls ja doch noch wer kommt checken wir gerne am Campingplatz ein. Tja – man soll immer aufpassen, was man sich wünscht. Es kommt wer. Nämlich das ältere Besitzer-Ehepaar. Sie dürften uns beim Vorbei-Fahren auf der Straße gesehen haben. Sie springt furiös aus dem Auto und stürzt auf uns zu. Mit scheuchenden Handbewegungen versucht sie uns aus der abendlichen „den-Lagerplatz-mit-Cerveza-eröffnen“ Ruhe zu bringen – sie schafft es. Sie fuchtelt herum – sperrt das Schloss des Tors auf – erklärt uns sie müssten da rein, es wäre eine Privatstraße und wir müssten sofort da weg. Ich werfe mal ein, dass das hier doch ein Campingplatz wäre und wir eh eine Nacht hier bleiben wollten. Sie keift weiter, er erklärt uns wenigstens, dass der Platz für immer gesperrt ist. Und er müsste eh nur durch eine Seite des Tors – also ein Sessel weg hätte gereicht. Sie macht weiter mit dem unnötigen Gezeter und langsam reißt uns die Hutschnur ob der Sinnlosigkeit dieser Aktion. Wir schmeißen unser Zeug, den Hund und uns notdürftig ins Auto – vergessen sämtliche Fenster zu schließen und räumen das Feld. Es ist hier schwer in der Nähe bzw um diese Zeit eine andere vernünftige Bleibe zu finden, also bleiben wir mal am Straßenrand stehen um auf Karten, Reiseführer und Apps nachzusehen, ob es doch noch eine Möglichkeit gibt. Da sehen wir auch das Malheur: durch den Wind hat es die Sonnenblende und ein Fliegengitter aus der Verankerung gerissen – alles ist eingestaubt – Grrr – ganz toll! Und als Krönung fährt das schlechtgelaunte Ex-Camping-Platz-Betreiber-Ehepaar gemütlich an uns vorbei.

 

Gut – es gibt eine Estancia in der Nähe, die probieren wir. In der Nähe bedeutet aber letztlich für 15 km Distanz fast 40min. Fahrzeit – die Piste ist in sehr schlechtem Zustand. Als wir dort ankommen sind wir zu spät, dürfen aber laut einem Mitarbeiter des Gutes bleiben. Die vielen verwahrlosten Hunde der Arbeiter stressen uns etwas, da sie das Zebra belauern und auf Gizmo „warten“ - Stress ist vorprogrammiert. Wir gehen also bald schlafen und wollen auch bald hier weg. Am nächsten Morgen beim Zahlen haben wir ein sehr nettes Gespräch mit dem Verwalter des Campingbereichs. Er meint zu dem Ehepaar vom Campingplatz, dass man öfter so Dinge von ihnen hört. Außerdem erzählt er uns, dass man hier von dieser Estancia aus eine Wanderung auf den „Cerro de los tres Picos“ unternehmen hätten können und zwar mit Gizmo – pff – hätten wir das nur früher gewusst! Man kann allein oder in der Gruppe gehen und bekommt ein Funkgerät mit. Die Wanderung dauert an die 9 Stunden und der Weg ist abwechslungsreicher als zum Cerro de la Ventana. Wir überlegen kurz, ob wir deshalb noch eine weiter Nacht bleiben, entscheiden uns aber dann doch lieber Kilomter zu machen und weiter zu fahren.

 

 

Es ist der 9.März 2018 und wir wollen heute einen Fahrtag einlegen auf unserem Weg Richtung Süden, durch Tornquist und Bahia Blanca. Unser Einkauf fällt sparsam aus, da uns die ersten Lebensmittelkontrollen an der Grenze zu Patagonien bevorstehen. Wir rechnen mit allem, denn man hört alles und hoffen aber, dass die Nachsaison die Kontrollbeamten milde stimmt. So ist es letztlich – wir werden bei der ersten Kontrolle lediglich gefragt, was wir im Kühlschrank haben und bei allen anderen Kontrollen einfach nur durchgewunken. So mögen wir das!

 

Bei Carmen de Patagones bzw. Viedma fahren wir dann an der Küste entlang der Ruta Provincial 1 – hier trifft man während der Brutzeit tausende von Papageien an – genauer gesagt befindet sich hier die größte Papageien Kolonie weltweit mit um die 35000 Vögel – leider sind wir dafür schon zu spät dran – dafür erfreuen wir uns an den für uns ersten Seelöwen auf der Reise im Reserva Faunista Punta Bermeja. Unser Highlight ist aber skurrilerer Natur: Kühe mitten in Sanddünen – ein ungewöhnlicher Anblick für uns Mitteleuropäer! Auf eben dem Sand bzw. dem Wellblech fahren wir weiter Richtung San Antonio Oeste. Am Weg dorthin geben wir noch einem jungen argentinischen Pärchen Starthilfe für ihren fahrbaren Untersatz, mussten dafür im Dunkeln von unserer perfekten mit Keilen und Schaufel ausgehobenen Parkposition – aber wir konnte die zwei nicht einfach wegschicken – bis jetzt ist man uns in diesem Land auch immer sehr hilfsbereit begegnet.

 

 

Am 12. März 2018 geht unsere Reise dann endlich Richtung Peninsula Valdes weiter. Wir freuen uns schon total auf die Pinguine, die Seelöwen und natürlich die Ruhe und Natur auf der Halbinsel als solches. Zur Hauptsaison wimmelt es hier von Touristenbussen und Overlandern. Hier zeigt sich das erste Mal der Vorteil unserer „Verspätung“: Wir sind fast alleine auf der Insel. Den ganzen Tag kommt uns kein Auto entgegen. Da es kein Nationalpark ist, sind Hunde in dem Sinn nicht verboten, dürfen aber nicht aus dem Auto (äh wie?) – na klar, dass man sein Haustier nicht zu den Pinguinen und Seelöwen mitnimmt. Wir lassen Gizmo das eine und andere mal natürlich aus dem Auto, aber unser schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, da wir ja ohnehin seine „Gassi-Produkte“ wegräumen.

 

Wir sehen hier sehr viele Seelöwen, einige Pinguine – die meisten sind aber schon am Weg nach Norden – genauer gesagt nach Brasilien – die Magellan Pinguine suchen sich im Winter halt auch lieber ein wärmeres Platzerl, Um diese Jahreszeit sieht man hier leider keine Wale, die kommen erst im Juli. Orcas sind momentan um die Insel unterwegs, aber während unserer Zeit auf der Insel gibt es laut den Parkrangern keine Sichtung. Die Zufahrt zur Insel ist asphaltiert – der Rest sind Schotterpisten – teilweise mit heftigen Wellblech. Stress sollte man also nicht mitbringen – zumindest nicht, wenn man in größeren Fahrzeugen unterwegs ist. Auf der Insel befinden sich 3 Salzseen – alle unter dem Meeresspiegel. Der „Salina Chica“ ist für die Öffentlichkeit zugänglich und liegt bei ca. -20m – Salina Grande und Salina Salitral sollen noch tiefer liegen und damit angeblich den tiefsten Punkt Südamerikas bilden – so sagen es die Damen im Tourismus Büro. Salina Chica heißt nicht umsonst so – das Salz ist hellrosa – gefärbt von den Krebsen. Wenn es regnet findet man an diesem Salzsee, wie kann es auch anders sein, Flamingos.

 

 

Nach der erholsamen Zeit auf und um Valdes fahren wir weiter Richtung Punta Tombo – der nächsten Pinguin Kolonie. Am Weg dorthin besuchen wir eines der weltweit bedeutendsten paläontologischen Museen – das in Trelew. Patagonien ist generell bekannt für seinen Fossilien Reichtum – außerdem haben vor ca. 10 Millionen Jahren Dinosaurier hier gelebt – nach wie vor werden immer wieder Dinosaurier Skelette auf den Estancias in der Region gefunden. Wer das Museum besucht kann das weltweit einzige Skelett des „Carnotaurus Sastrei“ bestaunen.

 

Am 16. März 2018 erreichen wir das „Reserva Provincial Punta Tombo“ - ein Schutzgebiet für Pinguine. Auch hier haben die meisten der putzigen Kerlchen schon den Koffer Richtung Norden gepackt. Nur mehr 20 % der Population sind noch anwesend – das sind die, die noch die Last-Minute Angebote checken – so scherzen wir. Auch hier herrscht eine chillige Stimmung, die Kollegen in schwarz/weiß sonnen sich, stehen gemütlich in Gruppen auf ein Pläuschchen zusammen, oder nehmen gemütlich ein Bad. Obwohl es spezielle Gehwege für die Besucher gibt sind die Kerlchen nicht scheu und treiben sich genau auf diesen rum. Auch hier sind wir fast alleine und treffen lediglich auf zwei andere Touristen-Pärchen.

 

 

Gleich am nächsten Morgen geht es weiter nach Cabo Dos Bahias – zur nächsten Pinguin Kolonie – hier sind wir dann völlig alleine – wir genießen den Sonnenschein, den tollen Ausblick aufs Meer und die Gesellschaft der Magellan Pinguine ganz alleine und wie immer, wenn diese putzigen Tierchen in der Nähe sind, vergeht die Zeit mit schauen und fotografieren wie im Flug.

 

Unser Nachtlagerplatz ist in der Nähe des Parkeingangs und beim Verlassen des Gebietes treffen wir auf ein deutsches Ehepaar im umgebauten Ambulanzwagen – im Schlepptau ein Wiener Overlander, der bereits in den USA mit der Panamericana begonnen hat, schon in Ushuaia war und nun wieder am Weg Richtung Norden seine Frau aufliest, die von einer Schiffsfahrt zu den Falklandinseln retour kommt. Der Tratsch an der Straße dauert dann doch um die 1,5 Stunden aber wir freuen uns wirklich, die ersten! Overlander zu treffen.

 

 

Nun geht’s für uns weiter Richtung Sarmiento und den Bosque Petrificado José Ormachea. Bis dahin hält sich die landschaftliche Schönheit auf diesem Abschnitt in Grenzen, da man mit Comodoro Rivadavia eine Industriestadt passiert und im gesamten Einzugsgebiet um die Stadt die hiesige Firma YPF Öl fördert. Wir beschließen durchzufahren bis zum versteinerten Wald – in der Dunkelheit ist der Weg vorbei an den Ölförderanlagen und Verarbeitungsstätten mit ihrer nächtlichen Beleuchtung richtig gespenstisch. Wir sind um 23.00 Uhr endlich an unserem Lagerplatz in der Nähe des versteinerten Waldes angekommen und fallen hundemüde ins Bett.

 

Der Vorteil, wenn man schon am Morgen am Ort des Geschehens ist: Man kann ausschlafen. Das tun wir dann auch ausgiebig und fahren um 11.00 zum Eingang des Bosque Petrificado. Wir sind (wieder einmal) die einzigen Besucher. Der freundliche, aber pflichtbewusste Ranger möchte gerne, dass ich meinen Rucksack hier lasse. Ich versuche ihm wiederum zu erklären, dass das ein Kamerarucksack ist und dass es nach Regen aussieht und ich nicht gerne meine Ausrüstung verlieren möchte – biete ihm aber an, dass er nach dem Besuch meine Taschen kontrollieren kann. Er willigt ein und wir treten den Fußweg an – offensichtlich werden hier regelrecht große versteinerte Stücke einfach mitgenommen. Den Film und das Museum möchten wir uns danach ansehen – die Regenwolken hängen doch schon bedrohlich tief.

 

Das ganze Tal inklusive dem eigentlichen Areal ist unglaublich – die Berge leuchten in den verschiedensten Farben – mitten aus dem Nichts stehen Baumstämme aus den Felsen – als ob sie jemand platziert hätte – dabei gibt der Berg einfach nach und nach die versteinerten Bäume frei. Im Film nach der Besichtigung sollten wir erfahren, dass es verschiedene Arten der Versteinerung gibt und hier für die Nachwelt sozusagen die beste: Die Baumstämme sind nicht durch zB Lava eingeschlossen und dann konserviert und versteinert worden sondern hier hat das Sediment den ganzen Baum durchzogen und der ganze Stamm ist somit strukturgetreu von innen heraus versteinert. Wenn man die Bäume und ihre unglaublichen Farben sieht, so glaubt man wirklich, es sei lebendiges Holz – aber beim berühren wird einem klar – es ist unglaublicherweise tatsächlich Stein. Die skurrile Landschaft hier ist bisher definitiv eines unserer persönlichen Highlights, wir wollen am liebsten gar nicht mehr weg – diese bunten Berge mit ihren stetig ändernden Farben haben es uns angetan. Mittlerweile regnet es nicht einfach, es schüttet und windet, was das Zeug hält. Der neue Regenschutz für die Spiegelreflex Kamera hält was er verspricht – die Ausbeute sind viele tolle Fotos – denn im Regen sind die Farben noch unglaublicher. Da das Wetter immer noch schlechter wird – mittlerweile beginnt der Schneeregen – flüchten ins Ranger Haus und wärmen uns dort beim Film über den Wald auf. Dieser ist natürlich bei strahlendem Sonnenschein gedreht und die Berge erstrahlen wieder in ganz anderen tollen Farben. Wir beschließen wieder zurückzukommen, falls wir vom Süden kommend Sonnenschein haben – es muss einfach sein!

 


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